Von der Idee zum Seminar

Sie halten demnächst ein Seminar und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Dann sind Sie hier genau richtig. Ganz simpel heruntergebrochen sollten Sie die folgenden Schritte (gedanklich) durcharbeiten:

 

Schritt 1: Welche Lernziele möchte ich vermitteln?

Wählen Sie 2-3 wichtige Lernziele, die die Seminarteilnehmenden nach dem Seminar am nächsten Tag in der Praxis anwenden können. Wichtig: Sind die Lernziele wirklich wichtig für Ärztinnen in Weiterbildung Allgemeinmedizin, oder doch eher für HNO-Fachärztinnen? Wird das vermittelte Wissen wirklich häufig von Ihrer Zielgruppe benötigt?

Beispiel am Seminar „Schwindel in der Hausarztpraxis“ (Weiterbildungstag 11.03.2026 von Leonard Mathias):

Nach diesem Seminar…

  • … kennen Sie die häufigsten Schwindelursachen (in der Hausarztpraxis).
  • … können Sie gefährliche Schwindelursachen erkennen.
  • … können Sie den Benignen Paroxysmalen Lagerungsschwindel diagnostizieren und behandeln.
  • … können Sie eine standardisierte Untersuchung bei Schwindel durchführen.
  • … kennen Sie Indikationen zur Über-/Einweisung.

 

Schritt 2: Welche Methoden sind für meine Inhalte/Lernziele geeignet?

Sie kennen es sicher auch: Nach 10 Minuten Zuhören sinkt die Aufmerksamkeit. Deswegen ist die Wahl der Methodik wichtig. Nach jeweils 10-15 Minuten sollten Sie also von Vortrag auf Interaktion/Gruppenarbeit o.ä. umstellen. Zur Wissensvermittlung eignet sich v.a. der frontale Vortrag. Um das vorhandene Wissen zu aktivieren, bieten sich interaktive Formate wie Fallarbeit, Audience Response Systeme (wie Mentimeter, Wooclap) an. Das KWMV kann Ihnen hier behilflich sein.

Aus Inhalt und Ziel folgt meist die Methode.

Beispiel am Seminar „Schwindel in der Hausarztpraxis“

Zeit Ziel Inhalt Methode
5‘ Einführung

Vorstellung Gruppe/Referent

frontal
10‘ Wichtigkeit des Symptoms hervorheben, Wissen reaktivieren Symptom Schwindel: Epidemiologie, anatomische/pathophysiologische Grundlagen, mögliche Ursachen frontal
10‘ Wissen aktivieren, sammeln Gruppenarbeit an 2-3 Fällen

Fall 1: 40 jährige, wenige Komorbiditäten, 2 minütiger Schwindel nach Drehen im Bett (BPLS)

Fall 2: 63 jähriger Raucher, aHT, mit Schwindel, hängendem Mundwinkel, verwaschener Sprache (Apoplex)

Fall 3: 45jähriger mit anfallsartigem Drehschwindel, Tinnitus, Hörminderung  (M. Menière)

Gruppenarbeit
30‘ Gemeinsame Wissensbasis sichern Auswertung Fallvignetten, Auflösung präsentieren

(wichtige Tabellen aus Leitlinie zeigen)

Frontal/interaktiv
15‘ Untersuchungstechnik beibringen & sichern Untersuchungstechnik HINTS + Sémont/Dix-Hallpike; gegenseitiges Üben Demo an 1 TN
(15‘) Puffer/Awareness für weitere Erkrankungen schaffen (Puffer: Seltenere Schwindelursachen) Frontal
5‘ Abschluss & Verabschiedung Frontal

Schritt 3: Erstellen Sie einen Zeitplan

Nichts ist ärgerlicher, als den Zeitrahmen zu sprengen, sich von Fragen der Teilnehmer aus dem Konzept bringen zu lassen oder eine vorbereitete Aktivität aus Zeitgründen ausfallen zu lassen. Zur innerlichen Strukturierung bietet sich ein Zeit- oder Strukturplan an. Teils wird auch von ZIM gesprochen: Ziele, Zeit, Inhalt, Methoden, Material (PDF-Vorlage zum Download, externe Website)

Zeit Ziel Inhalt Methode Material
5‘ Einführung

Vorstellung Gruppe/Referent

frontal
10‘ Wichtigkeit des Symptoms hervorheben, Wissen reaktivieren Symptom Schwindel: Epidemiologie, anatomische/pathophysiologische Grundlagen, mögliche Ursachen frontal PPT
10‘ Wissen aktivieren, sammeln Gruppenarbeit an 2-3 Fällen

Fall 1: 40 jährige, wenige Comorbiditäten, 2 minütiger Schwindel nach Drehen im Bett (BPLS)

Fall 2: 63 jähriger Raucher, aHT, mit Schwindel, hängendem Mundwinkel, verwaschener Sprache (Apoplex)

(Fall 3: 45jähriger mit anfallsartigem Drehschwindel, Tinnitus, Hörminderung – M. Menière)

Gruppenarbeit 3 Fallvignetten

Fazit

Nach diesen drei Schritten haben Sie eine Grundlage für Ihr Seminar. Bei der weiteren Ausarbeitung sollte das Konzept immer nochmal überprüft/hinterfragt werden.

Zum Nachlesen